Tag 395 ohne dich

Veröffentlicht am 8. September 2026 um 23:00

Die Nacht war nicht besonders erholsam. Vielleicht auch, weil so viele Gedanken in meinem Kopf waren. Also habe ich mir morgens erst einmal einen Kaffee gegönnt und bin ganz langsam in den Tag gestartet. Heute stand nicht besonders viel auf dem Plan. Wir wollten einfach ein bisschen die Gegend genießen und haben zunächst einen Strand direkt in Brbinj ausprobiert, so heißt der Ort, an dem wir gerade sind. Also, wenn dir dort ein Auto entgegenkommt, bist du eigentlich schon am Ende. 😂 So richtig gefallen hat es uns dort allerdings nicht, also sind wir wieder nach Veli Žal gefahren. Dort haben wir bei 32 Grad vier Stunden am Strand verbracht. Ich bin diesmal etwas anders ins Wasser gelaufen als am Tag zuvor und plötzlich begrüßte mich eine kleine Feder. Ich habe sie aufgehoben und auf meine Luftmatratze gelegt. Und auch wenn es vielleicht für andere nur eine kleine Feder gewesen wäre, war sie für mich in diesem Moment etwas ganz Besonderes. Ich hatte sofort das Gefühl, dass du mit mir auf dieser Luftmatratze durch die Gegend schipperst. 💖 Neben uns war ein junges Pärchen mit einem riesigen Reifen. Irgendwann bemerkte sie die Fische und sagte völlig entsetzt: „Baby, ich will hier weg, hier sind alles FISCHE!“ 😂 Wir mussten beide so lachen und haben direkt an Mercy gedacht. Wir hatten uns beim Bäcker etwas zu essen für den Strand geholt. Und dann landete bei Niels plötzlich dieser große Schmetterling. Weißt du noch? Wir haben ihn damals „Gleitling“ genannt in dem Urlaub, in dem Dando dabei war. Und dann musste ich wieder an gestern denken. Da lag ich ganz allein und konnte leider kein Foto machen. Ein gelber Schmetterling landete auf meinem Bein, während ich auf dem Bauch lag. Ich konnte ihn nicht fotografieren, aber ich habe diesen Moment trotzdem ganz tief in mir abgespeichert. Ich bin mir sicher, dass du es gewesen bist. 💖 Vielleicht klingt das verrückt, aber ich suche dich gerade in so vielen kleinen Dingen. In einer Feder. In einem Schmetterling. In besonderen Wolken. In dem Licht, das plötzlich ganz anders aussieht als sonst. Und vielleicht brauche ich diese kleinen Zeichen gerade auch einfach, weil du mir so unglaublich fehlst. Am späten Nachmittag haben wir uns dann auf den Weg zum Nationalpark Telašćica gemacht. Dort befinden sich die Steilklippen, der Salzsee und eine Aussicht, die man eigentlich nicht beschreiben kann. Ich habe Mercy angerufen, weil ich ihr unbedingt diese Aussicht zeigen wollte. Auf Fotos kommt das alles einfach nicht annähernd so rüber. Als ich mich umdrehte, sagte sie: „Mama, das Haus sieht aus wie das von Herrn Kackmann aus Bibi und Tina.“ 😂 Und für einen Moment war einfach alles leicht. Wir haben gelacht. Und genau diese kleinen Momente tun gleichzeitig so gut und so weh. Wir sind dann zu einem weiteren Parkplatz gefahren und von dort noch zwei Kilometer zum Salzsee gelaufen. Zum Glück war die Sonne zu diesem Zeitpunkt schon weg. Bei diesen Temperaturen hätten wir das sonst wahrscheinlich nicht überlebt. 🥵 Am Salzsee angekommen, war die Ernüchterung allerdings groß. Irgendwie hatte ich ihn mir schöner vorgestellt. Aber dann kam dieser eine Gedanke: Ich kann dich trotzdem hier lassen. Also habe ich dich dort verewigt. 💖 Leider hatte ich Finns Aufkleber im Auto vergessen. Und auch darüber musste ich mich ärgern, weil ich mir so sehr gewünscht hätte, euch beide gemeinsam dort zu hinterlassen. Danach sind wir weiter zu den Steilklippen gelaufen. 200 Meter bergauf und ich kann dir sagen, das ging wirklich bergauf. 🤭 Oben angekommen, wurden wir wieder mit einem unglaublichen Ausblick belohnt. Dort hatte ich leider keine Möglichkeit, dir einen schönen Platz zu suchen. Aber das ist eigentlich auch gar nicht so wichtig. Du bist angekommen. Im Nationalpark Telašćica. Auf Dugi Otok. Und allein dieser Gedanke macht mich glücklich und traurig zugleich. Weil ich mir so sehr wünschen würde, dass du selbst hier stehen und diese Aussicht sehen könntest. Auf dem zwei Kilometer langen Rückweg zum Auto sagte Niels irgendwann, dass du ihn bestimmt verflucht hättest. Du hättest wahrscheinlich wieder schlechte Laune bekommen, weil du schon wieder durch die Gegend laufen musstest. 🤭 Ich musste so lachen, weil ich mir dein Gesicht dabei sofort vorstellen konnte. Und genau das sind die Momente, in denen du mir besonders fehlst. Wenn wir über dich sprechen und plötzlich dieses Bild von dir in unseren Köpfen entsteht. Für einen kurzen Moment fühlt es sich fast so an, als wärst du noch dabei. Auf dem Rückweg hielten wir noch einmal an, weil der Himmel so wunderschöne Farben angenommen hatte. Wir haben versucht, diese Stimmung mit der Kamera einzufangen. Aber eigentlich weiß ich, dass kein Foto jemals das Gefühl wiedergeben kann, das man in so einem Moment hat. Und gerade da musste ich wieder an dich denken. Ich weiß, wie sehr du dieses Himmelsspiel geliebt hast. Sonnenuntergänge, Sonnenaufgänge, Sterne und Sternschnuppen, du konntest dich für diese magischen Momente immer begeistern. Und heute ist es für mich anders. Wenn ich in den Himmel schaue und dieser eine besondere Moment entsteht, denke ich nicht mehr nur daran, wie schön er ist. Ich denke an dich. Und manchmal stelle ich mir einfach vor, dass du gerade dafür sorgst, dass ich genau diesen Moment sehen darf. Vielleicht ist das meine Art, dich noch ein bisschen bei mir zu haben. An der Stelle, an der wir dieses Bild gemacht haben, werde ich euch beide noch verewigen. Dann habt ihr einen Blick über das Meer und könnt diese wunderschöne, uneingeschränkte Aussicht genießen. Für Fynnjard lasse ich mir noch etwas einfallen. Es fühlt sich einfach falsch an, ihn nicht mit euch gemeinsam zu verewigen. Ihr gehört zusammen. Und auch wenn ihr nicht mehr neben uns steht, möchte ich, dass ihr an all diesen besonderen Orten ein Teil unserer Reise seid. Tanja und Volker haben euch mit ins Berchtesgadener Land genommen. Auch dort habt ihr eine wunderschöne Aussicht. Und während wir hier unterwegs sind, merke ich immer wieder, wie sehr ihr fehlt. Es sind nicht unbedingt die großen Dinge. Es sind die kleinen Momente. Ein Schmetterling, eine Feder, ein besonderer Himmel, ein Satz, bei dem wir sofort an dich denken müssen. Dann ist da für einen kurzen Augenblick dieses vertraute Gefühl, als wärst du noch mitten unter uns. Und im nächsten Moment trifft mich wieder die Realität. Du bist nicht mehr hier. Und das tut weh. Unendlich weh. Aber vielleicht ist genau das auch der Grund, warum ich dich überall mit hinnehme. Weil ich möchte, dass du weiterhin ein Teil unserer Erlebnisse bist. Weil ich dir all das zeigen möchte. Weil ich dir erzählen möchte, was wir sehen, worüber wir lachen und welche kleinen Dinge uns an dich erinnern. Und weil ich einfach noch nicht bereit bin, dich loszulassen. Vielleicht muss ich das auch gar nicht. Denn solange ich dich in meinem Herzen trage, solange ich deinen Namen ausspreche und bei jedem besonderen Himmel an dich denke, bist du ein Stück weit noch bei uns. Und vielleicht sitzt du gerade irgendwo da oben, schaust auf uns herunter und denkst dir: 

„Na endlich habt ihr mich gefunden.“ 💖

Aktuell bist du mit so vielen lieben Menschen auf Reisen, ich muss mich dringend hin setzen und alles eintragen. Thailand, Indonesien, Schweden, Albanien, Griechenland, Usbekistan, Steinbruch Homberg, Kennesaw Mountain High School (USA), Norwegen ich hoffe ich habe keinen vergessen 🫣. Sollte ich jemanden vergessen haben, dann schreibt mir. ❤️

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Kommentare

Angelika
Vor einem Monat

❤️💕💐🤍🩷

Victoria
Vor einem Monat

Liebe Nicole, ich lese deine Gedanken und deine Himmelgeschpräche hier und immer wieder komme ich auf Idee, dass Du ein Buch veröffentlichen sollst. Es klingt verrückt, könnte aber schönes erfolgreiches Projekt werden, das du Sidney widmen kannst. Denk drüber nach. Liebe Grüße