Ein kleines Lebenszeichen von mir.
Wir sind seit letzten Donnerstag wieder zurück und kaum von der Autobahn runter, hat uns der erste Weg zu dir geführt. Als wir dort geparkt haben, habe ich das Auto von Lillith und Fiona gesehen. Ich habe mich so sehr darüber gefreut, dass die beiden dich besucht haben. Ich weiß, dass sie wirklich oft zu dir kommen, und es bedeutet mir unglaublich viel zu sehen, dass du nicht vergessen wirst. Ich freue mich jedes Mal, wenn sie dir neue Bilder oder kleine Botschaften hinterlassen. Am Wochenende habe ich wieder alles sauber gemacht und dir auch ein paar neue Pflanzen mitgebracht. Am Samstag hat mich mein Weg außerdem zu Verena geführt und ich habe dort einen wirklich schönen Strauß für deinen Platz zu Hause machen lassen. Gestern habe ich dann auch wieder ein halbes Vermögen für Lichter für dich ausgegeben. Ich werde in den nächsten Tagen dein Zuhause wieder zum Strahlen bringen. Also an alle, die dich abends besuchen kommen und sich vielleicht wundern, warum es gerade etwas dunkler als gewohnt ist: Ich habe schon die kaputten Lichter und die, die mir nicht mehr gefallen haben, weggeräumt. Bald wird es wieder überall leuchten. Ich sitze gerade hier und bin etwas angeschlagen. Niels war im Urlaub krank und irgendwie hat es mich jetzt erwischt. Gestern Abend kam es ganz plötzlich und heute Morgen bin ich mit Halsschmerzen aufgewacht. Ich dachte mir nur: Jackpot. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, wieder regelmäßiger zu schreiben, und direkt in den ersten Tagen liege ich angeschlagen hier. Typisch. Gestern habe ich außerdem eine Serie gefunden, von der ich glaube, dass du sie auch schauen würdest, weil du solche Serien einfach immer gerne gesehen hast. Sie heißt „Crew Girl“. Irgendwie erinnert mich das Mädchen darin an dich. Und dann ist gestern auf dem Heimweg vom Büro wieder so etwas passiert, was mir jedes Mal aufs Neue das Herz zerreißt. Ich habe ein Mädchen auf einem Roller gesehen. Für einen kurzen Moment hat mein Gehirn mir wieder einen Streich gespielt und ich dachte tatsächlich, du wärst es. Einfach so. Für einen kleinen Augenblick warst du wieder da. Und dann kam die Realität. Du warst es nicht. Und dieser Moment, in dem mir wieder bewusst wurde, dass ich dich auf dem Weg nach Hause nie wieder sehen werde, hat wirklich wehgetan. Es sind diese kleinen Momente, mit denen ich überhaupt nicht rechne. Ein Mädchen auf einem Roller, ein bestimmtes Gesicht, eine Bewegung, eine Serie, irgendeine Kleinigkeit und plötzlich bist du wieder da. Für einen kurzen Augenblick fühlt es sich so echt an. Und dann muss ich wieder begreifen, dass ich dich nur noch in meinen Erinnerungen sehen kann. Ich vermisse dich. Und auch wenn ich weiter meinen Alltag lebe, arbeite, nach Hause fahre, mich um Dinge kümmere und versuche, irgendwie weiterzumachen, es gibt immer wieder diese Momente, in denen mir auffällt, dass du fehlst. Aber ich werde weiterhin nach dir sehen. Ich werde dein Zuhause sauber halten, dir Blumen bringen, neue Pflanzen hinstellen und dafür sorgen, dass es bei dir immer wieder schön und hell wird. Damit du weißt, dass du nicht vergessen bist. Niemals.
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